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Die Menge erstürmt die Bastille

Der Sturm auf die Bastille in der französischen Hauptstadt Paris fand am 14. Juli 1789 statt.

Er zählt zur ersten Phase der Französischen Revolution.

Was geschah beim Sturm auf die Bastille?

Der Sturm auf die Pariser Bastille gilt als der eigentliche Beginn der Französischen Revolution und genießt noch heute hohen Symbolcharakter.

Allerdings fand am 14. Juli 1789 gar keine echte Erstürmung der im 14. Jahrhundert erbauten Festung statt, weil der Kommandant sie der wütenden Menge kampflos übergab. Außerdem saßen zu diesem Zeitpunkt nur noch sieben Inhaftierte in dem Gefängnis. Die Besatzung der Bastille bestand aus dem Kommandanten Bernard-Rene Jordan de Launay, 32 Soldaten und 80 Kriegsveteranen.

Seit dem 9. Juli 1789 befand sich das Volk in großer Unruhe. An diesem Tag hatte die Nationalversammlung ihre Arbeit aufgenommen und arbeitete an einer Verfassung. Damit gaben sich die einfachen Franzosen jedoch nicht zufrieden. So bestand der Verdacht, dass König Ludwig XVI. (1754-1793) heimlich Soldaten um sich scharen würde, damit er seine Macht erhalten konnte. Außerdem herrschte nach wie vor große wirtschaftliche Not im Land, was vor allem für die Hauptstadt Paris galt. So hatten viele Menschen keine Arbeit und mussten Hunger leiden.

Die Situation eskalierte, als am 11. Juli der beim Volk beliebte Finanzminister Jacques Necker entlassen wurde. Darüber hinaus ließ der König in Versailles seine Streitkräfte zusammenziehen, was als Drohung gegen die Nationalversammlung aufgefasst wurde.

Von Agitatoren wie Camille Desmoulins aufgehetzt, entlud sich die Stimmung ab dem 13. Juli in Gewalt und es fanden erste Auseinandersetzungen zwischen den Aufrührern und der königlichen Kavallerie statt, die vorwiegend aus Deutschen bestand.

Die Erstürmung der Bastille

Als Symbol für die Herrschaft von Ludwig XVI. galt die Bastille, die inmitten von Paris lag. Dort befanden sich auch größere Mengen an Munition, die die wütenden Menschen an sich bringen wollten. Kommandant de Launay ließ daraufhin in die Menschenmenge, die sich vor der Zugbrücke der Festung versammelt hatte und zum Teil bewaffnet war, feuern, was 90 Tote forderte.

Die Aufständischen gaben jedoch nicht auf und beschafften sich Kanonen. Auch einige französische Soldaten schlugen sich auf ihre Seite. Die Wachmannschaft beschloss daher, sich zu ergeben, sodass die Aufrührer die Bastille stürmen konnten und die wenigen Gefängnisinsassen, darunter Urkundenfälscher und Geisteskranke, befreiten.

Obwohl Kommandant de Launay freies Geleit zugesichert worden war, wurde er aufgrund seines Schießbefehls auf dem Weg zum Rathaus gefangen genommen, von der rasenden Menge getötet und von einem Metzger geköpft. Das Gleiche geschah mit einem seiner Soldaten sowie einem Adligen des Stadtrats, der zugunsten des Kommandanten eingriff. Unter dem Jubel der Menge wurden die Köpfe der Toten auf Mistgabeln gespießt und durch die Straßen von Paris getragen.

Die unmittelbaren Folgen des Sturms

Eine direkte Folge der Bastille-Erstürmung war das Aufstellen einer Nationalgarde unter dem Kommando von General de La Fayette. Sie war der Nationalversammlung treu ergeben. Außerdem erfolgte die Absetzung des Pariser Gouverneurs, der dem König unterstand. Stattdessen wurde ein aus mehreren Personen bestehender Generalrat gebildet.

Obwohl der Sturm auf die Bastille lediglich zur Befreiung weniger Häftlinge führte, gilt er als bedeutendes Symbol für den ersten Sieg über die willkürliche Herrschaft des Königs. So wird der 14. Juli bis heute als französischer Nationalfeiertag begangen.

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